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      letzte Aktualisierung: 01.10.2017 8:16

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Deutsche Bahn und SNCF bauen Zusammenarbeit aus

Berlin/Paris (ots) - Letter of Intent unterzeichnet / Neues Zeitalter im europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr beginnt / Attraktives Angebot mit ICE und TGV startet 2007 - Ausbau der erfolgreichen gemeinsamen Güterverkehrstochter RailEuroConcept vereinbart.

In Anwesenheit von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe und dem französischen Verkehrsminister Gilles de Robien haben Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn, und Louis Gallois, Präsident der Französischen Staatsbahn SNCF, heute in Straßburg einen Letter of Intent zum Ausbau der Zusammenarbeit im grenzüberschreitenden Bahnverkehr unterzeichnet.

Das neue gemeinsame Angebot der beiden Bahnen startet Mitte 2007. Bahnchef Mehdorn: "Mit Unterzeichnung des Letter of Intend haben wir einen Meilenstein in unserer Zusammenarbeit gesetzt. Deutsche Bahn und SNCF starten damit in ein neues Zeitalter des europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehrs. Europa wächst auch auf der Schiene zusammen."

Für den Präsidenten der SNCF, Louis Gallois, liegt die Bedeutung des Abkommens darin, dass "durch die in der Vereinbarung gebündelten Kompetenzen beider Unternehmen dem europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr eine neue Dimension gegeben wird." Gallois: "Indem wir die Verbindung unserer beiden Netze herstellen, schaffen wir für unsere europäischen Kunden ein völlig neues Angebot."

DB und SNCF werden zum 1. Januar 2006 ein Joint Venture mit einer Beteiligung von jeweils 50 Prozent und Sitz in Saarbrücken gründen. Basis ist eine Vereinbarung beider Bahnen für einen gemeinsamen grenzüberschreitenden kommerziellen Betrieb. Damit wird die Regierungsvereinbarung zum grenzüberschreitenden Infrastrukturausbau von La Rochelle aus dem Jahr 1992 zwischen Deutschland und Frankreich in wichtigen Teilen fortgeführt.

Ab Mitte 2007 werden im Korridor Paris - Ostfrankreich - Südwestdeutschland (POS) TGV- und ICE-Züge fahren. Die Nordroute führt von Frankfurt am Main nach Paris mit Halten in Mannheim, Kaiserslautern, Saarbrücken, Forbach und Lorraine. Auf der Südroute fahren die Züge von Stuttgart nach Paris und halten in Karlsruhe und Straßburg. Die Reisezeit zwischen Paris und Frankfurt am Main beziehungsweise Paris und Stuttgart soll sich dadurch von heute über sechs Stunden auf weniger als vier Stunden verkürzen. Durch dieses attraktive Angebot erwarten Deutsche Bahn und SNCF einen Zuwachs um 500.000 Fahrgäste. Dies entspricht mittelfristig einer Zunahme von mehr als 50 Prozent.

Kooperation im Schienengüterverkehr wird ausgeweitet

Im Güterverkehr werden ab Fahrplanwechsel im Juni - zusätzlich zum Grenzbahnhof Forbach/Saarbrücken - auch alle übrigen Eisenbahn-Grenzübergänge zwischen Deutschland und Frankreich durchgängig befahren. Eingesetzt werden Mehrsystemloks beider Bahnen, die für die Strom- und Signalsysteme beider Länder geeignet sind. Höhere Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Güterbahn gegenüber anderen Verkehrsträgern sind das Ergebnis dieses interoperablen Einsatzes. Bei Railion und Fret SNCF, den Güterverkehrssparten beider Bahnen, werden dafür insgesamt 40 Lokomotiven und Lokführer eingesetzt. Für die Kunden werden die Transporte auf allen Achsen zwischen Frankreich und Deutschland damit zuverlässiger und um bis zu zwei Stunden schneller - sowohl im Ganzzug- und Einzelwagenverkehr als auch im Kombinierten Verkehr.

Bahnchef Hartmut Mehdorn zur Bedeutung der Kooperation: "Wir fahren gemeinsam mit SNCF Tag für Tag nun die stattliche Zahl von 100 Frachtzügen zwischen Deutschland und Frankreich. Für die Kunden werden wir zuverlässiger und um Stunden schneller und machen so unsere Transporte attraktiver. Und wir wollen noch mehr Qualität und Wachstum erreichen, indem wir die Güterzüge zwischen Frankreich und Deutschland aus einer Hand verkehren lassen - operativ gesteuert von einer gemeinsamen Tochtergesellschaft."

Außerdem unterzeichneten die beiden Bahnchefs heute eine Absichtserklärung zur Weiterentwicklung der gemeinsamen Tochtergesellschaft RailEuroConcept (REC), die an der Ausgestaltung ihrer Produktionspartnerschaft maßgeblich mitgewirkt hat. Die Gesellschaft soll ab Januar 2006 auch die Produktionsplanung und -steuerung sowie die Qualitätssicherung für grenzüberschreitende Güterzüge übernehmen und somit den Kernpfeiler der interoperablen Produktion bilden. In einer anschließenden, zweiten Phase soll REC dann die Produktion ausgewählter Verkehre eigenverantwortlich übernehmen.

Die beiden Partner werden in den kommenden Monaten weitere Details für die Realisierung erarbeiten.

 
Quelle: Deutsche Bahn AG
Datum: 23.05.2005
 
 
 
 
 
 
 
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